Ein Glossar über gebräuchliche Fachbegriffe
Stand: September 2004
Advanced Wave Memory
Samplebasierte Klangerzeugung von Yamaha (zu deutsch etwa: "Fortgeschrittener Wellenform-Speicher"). Die
Samples, auf denen die Klangerzeugungs-Art aufbaut, sind in der Regel komprimiert, um den grundsätzlich zu knappen ROM mit mehr akustischen Rohmaterial füllen zu können. Denn es gilt die Faustregel: Je mehr und je aufwändiger (= länger, längere
Loop-Phasen, mehr Details) die Samples, desto authentischer das akustische Ergebnis. Zur Klangerzeugung gehören neben den Samples natürlich auch die Modulation der Samples durch Filter, Verstärker, Modulatoren und Hüllkurven.
Mit AWM2 gibt es schon seit geraumer Zeit eine verbesserte Version von AWM.
AWM
Abkürzung für "Advanced Wave Memory", eine bestimmte samplebasierte Klangerzeugung von Yamaha (siehe "
Advanced Wave Memory")
Brilliance
Mit Brilliance wird meist ein Regler bezeichnet, mit dem sich die Klangfarbe des Klangs von eher dumpf ("Mellow") zu eher hell ("Bright") verändern lässt.
Chorus
Effekt, der einem Klang durch das Hinzumischen einer durch Modulatoren verstimmten Kopie des Originalsignals eine "Schwebung" und/oder "Verdickung" verleiht. Sehr beliebt bei Orgel-, E-Piano- und Gitarrenklängen.
DC IN
Abkürzung für "Direct Current Input", zu deutsch "Gleichstrom-Eingang", also der Anschluss für das vom Netzteil kommende, Gleichstrom-führende Kabel.
Delay
Effekt, der wie ein Echo das Originalsignal nach einer zeitlichen Verzögerung (englisch: "Delay", die Delay-Zeit bestimmt den Abstand zum vorigen (Original-)Signal) ein wenig leiser wiedergibt, um dann das vorige Delay-Signal wiederum in den Effekt einzuspeisen (Feedback), solange, bis es nicht mehr zu hören ist.
Dynamic Stereo Sampling
"Dynamic Stereo Sampling" (zu deutsch: "Dynamisches Stereo-Sampling") bezeichnet als Qualitätsmerkmal die Aufwändigkeit der dem Klang zu Grunde liegenden
Samples. Das "Dynamic" spielt dabei auf die Verwendung von
Sample-Layers an. Mit "3-fach DSS" ist beispielsweise das Vorhandensein von 3 verschiedenen Samples gemeint, die je nach Anschlagstärke (
Velocity) abgespielt werden.
Equalizer
Der Equalizer (Kurz: "EQ", zu deutsch: "Entzerrer") ist eine mehr oder weniger flexible Filter-Bank für die Anpassung der Klangfarbe (im Sinne von zum Beispiel mehr Bass, weniger Höhen) an bestimmte gegebene Situationen. Je nachdem, über wie viele "Bänder" ein EQ verfügt, umso detaillierter kann in den Klang eingegriffen werden. So verfügt ein "3-Band-EQ" über Einstellungsmöglichkeiten für drei Frequenz
bänder oder - bereiche, nämlich Bass, Mitten und Höhen. Die wichtigste Einstellung ist dabei die Anhebung bzw. Absenkung der Lautstärke (englisch: "Gain") pro Frequenzband, so dass man beispielsweise "mehr Höhen" einstellen kann. Detailliertere EQs verfügen über die Möglichkeit, die Mittenfrequenz der Frequenzbänder einzustellen, so dass man den gewünschten zu verändernden Frequenzbereich besser treffen kann (solche EQs werden "semiparametrisch" genannt). Noch detailliertere erlauben auch die Einstellung der Breite des Frequenzbandes (auch Güte oder "Q-Faktor" genannt) und sind damit "vollparametrisch"; meistens ist es das Mitten-Band, das semi- oder vollparametrisch ausgeführt ist.
General MIDI
Eine Anfang der 1990er Jahre ersonnene Spezifikation bestimmter Anforderungen an Klangerzeuger zum möglichst reibungslosen Austausch von
MIDI-
Sequencer-Dateien unter verschiedenen Klangerzeugern (auch verschiedener Hersteller). Legt bestimmte technische Voraussetzungen (
Polyphonie,
Multitimbralität, Effekte) sowie Tabellen für die Soundauswahl (mittels "Program Changes") fest.
Graded Hammer Tastatur
Eine bestimmte mechanische Ausführung der Tastatur, die in einigen von Yamahas Piano-Produkten zu finden ist (neben Stage Pianos auch in den CLP- und CVP-Serien und weitere), die das Spielgefühl der Tastatur eines akustischen Klaviers/Flügels nachahmen soll. In "Graded Hammer" sind gleich zwei Features beschrieben: Zunächst sorgt eine aufwändige
Hammermechanik unter jeder Taste dafür, dass zum Drücken der Taste
a) ein gewisser Kraftaufwand benötigt wird,
b) die Taste je nach Kraftaufwand verschieden "reagiert" (da die Hammermechanik eine Vielzahl an Achsen und Aufhängungspunkten enthält, die einen ganz eigenen Schwung entwickeln) und nach dem Loslassen wieder "hochschnellt" (Repetitionsverhalten, wichtig, wenn ein und dieselbe Taste oft nacheinander gespielt wird) und
c) der Spieler in den Fingern spürt, dass er eine Mechanik bewegt.
Des weiteren bedeutet "Graded", dass der in a) beschriebene Kraftaufwand zum Herunterdrücken der Tasten je nach Tonhöhe unterschiedlich ist. Je tiefer der Ton, desto "schwerer", je höher der Ton, desto "leichter" ist die Taste, ein Effekt, der beim Spielen auf einem akustischen Klavier/Flügel genauso vorhanden ist.
Haltepedal
Das Haltepedal (Sustain-Pedal) ist das wohl am häufigsten gebrauchte Pedal an einem Klavier. Bei Betätigung klingen sämtliche derzeit gespielten Töne länger aus (ausklingen, englisch: "to sustain"), so dass die für die Erzeugung der Töne gedrückten Tasten losgelassen werden können (um beispielsweise mit den Fingern weitere Tasten zu spielen). Wichtig in diesem Zusammenhang ist die maximale
Polyphonie des Klangerzeugers, damit bei langen Passagen mit gedrücktem Haltepedal bereits klingende Töne nicht "abgeschnitten" werden, also abrupt aufhören.
Siehe auch
Sustain-Sample.
Key-Off-Sample
Die komplizierte und komplexe Mechanik eines akustischen Klaviers besteht pro Taste aus mehreren von einander bewegenden (Holz-)Stangen, Teilen und Hämmern. Also solche macht die Betätigung der Mechanik ihre ganz eigenen Geräusche, die man in speziellen Samples einfängt und zu entsprechenden Zeitpunkten dem Gesamtsamtklang hinzumischt, um der Authentizität weiter Vorschub zu leisten.
Da der Beginn eines Samples unausweichlich und automatisch sämtliche Geräusche enthält, die für den Beginn des Tones elementar sind, ist es lediglich das Ende eines Tones, das einem mit einer
Loop versehenem Sample fehlt. Und hier setzt das "Key-Off-Sample" an - es enthält die Geräusche, die durch das Loslassen einer Taste (englisch: "Key") entstehen: Vom Geräusch der Tastenmechanik bis hin zum endgültigen Ausklingen der Saiten.
Layer
Viele Stage Pianos bieten die Möglichkeit, auf der Tastatur mehrere verschiedene Bereiche übereinander zu schichten (englisch: "Layer"), um beispielsweise mehrere verschiedene Klänge (das berühmteste Beispiel ist das Layer aus einem Klavier-Klang und einem Streicher-Klang) gleichzeitig spielen zu können. Um mehrere Klänge gleichzeitig wiedergeben zu können, muss die Klangerzeugung über eine gewisse
Multitimbralität verfügen.
Eine weitere Anwendung des Tastatur-Layers ist das Senden auf verschiedenen
MIDI-Kanälen, um externe angeschlossene Klangerzeuger zu steuern (siehe auch "
Masterkeyboard").
Auch eine Kombination aus Layers und
Splits ist oftmals möglich und reizvoll.
Siehe auch
Sample-Layer.
LCD
Abkürzung für "Liquid Crystal Display" (zu deutsch: "Flüssigkristall-Anzeige"). Auf Pixel basierende Display-Art, die sowohl Zeichen als auch Grafik (grafikfähiges LCD) darstellen kann.
LED
Abkürzung für "Light Emitting Diode" (zu deutsch: "Leuchtende Diode"). Eine LED kann zum einen ein simples Kontrolllämpchen sein, das beispielsweise den Status einer Taste darstellt. Mit mehreren, auch langen Dioden lässt sich auch ein LED-Display realisieren, das Zahlen und Buchstaben darstellen kann.
Masterkeyboard
Die hervorragende, 88 Tasten umfassende
Graded-Hammer-Tastatur der Stage Pianos ruft geradezu nach der Verwendung als "Masterkeyboard" (zu deutsch etwa "Haupttastatur"). Dabei wird mit Hilfe von Tastatur-
Splits und -
Layers die Tastatur so konfiguriert, dass verschiedene Klänge (siehe "
Multitimbralität") oder verschiedene externe Klangerzeuger gleichzeitig gesteuert und gespielt werden können. Das spart zum Einen den Transport von weiteren (schwereren) Keyboards und zum Anderen viel Umschalten zwischen verschiedenen Klängen für verschiedene Passagen eines Songs.
MIDI
Abkürzung für "Musical Instruments Digital Interface" (zu deutsch: "digitale Schnittstelle für Musikinstrumente"). Anfang der 1980er Jahre ersonnenes Kommunikationsprotokoll zur Übermittlung von Spieldaten zwischen elektronischen Musikinstrumenten. Wird beispielsweise die Taste G#4 gedrückt, wird dazu ein "MIDI-Event" gesendet, das dem Empfänger mitteilt, dass die Taste G#4 gedrückt wurde ("Note On"). Andere Anwendungen sind beispielsweise das Umschalten von Sounds ("Program Change"), das Übermitteln von Spielhilfen ("Aftertouch", "Controller" wie Pitch Bend, Modulation oder Haltepedal) oder das Übermitteln von Datenpaketen ("System Exclusive").
Die MIDI-Schnittstelle umfasst in der Regel drei Anschlüsse:
- MIDI IN (MIDI Eingang): Über diesen Anschluss empfängt das Intrument MIDI-Events, hier wird also das Kabel angeschlossen, das vom MIDI OUT eines anderen Instruments oder eines Computers kommt, um das Instrument zu steuern
- MIDI OUT (MIDI Ausgang): Über diesen Anschluss sendet das Instrument MIDI-Events, das Kabel, das hier angeschlossen wird, geht an einen MIDI IN eines anderen Instruments oder eines Computers, um das andere Instrument zu steuern
- MIDI THRU (MIDI Durchgang): An diesem Anschluss werden alle vom MIDI IN empfangenen MIDI-Events unverändert weitergeleitet, um weitere Instrumente über ein MIDI-Kabel steuern zu können. Das Kabel, das hier angeschlossen wird, geht an einen MIDI IN eines anderen Instruments oder eines Computers
Multitimbralität
Ein Klavier ist ein Klavier, ist ein Klavier, ist ein Klavier. Ein Stage Piano hingegen ist ein elektronisches Musikinstrument, das lediglich darauf
spezialisiert ist, wie ein Klavier zu klingen. Die Klangerzeugung kann potenziell auch ganz andere Klänge ("Timbres", in der Yamaha-Diktion "Voices" genannt) erzeugen, beispielsweise E-Pianos, Orgeln, Streichinstrumente oder Schlaginstrumente. Ihre Potenz reicht sogar so weit, dass die Klangerzeugung nicht nur mehrere Töne (siehe "
Polyphonie"), sondern mehrere Klänge
gleichzeitig erzeugen kann, sie also mehrere ("Multi") Timbres von sich geben kann. Die Multitimbralität bezeichnet dabei, wie viele verschiedene Klänge das sind. Mit einer zweifachen Multitimbralität beispielsweise ließen sich also beispielsweise gleichzeitig ein Klavier- und ein Streicher-Klang erzeugen. Mit einer 16-fachen Multitimbralität lassen sich komplette Songarrangements (beispielsweise im
General-MIDI-Format) wiedergeben.
Andere Anwendungen für Multitimbralität sind beispielsweise Tastatur-
Splits und -
Layer, bei denen verschiedene Klänge gleichzeitig über die Tastatur gespielt werden.
Output
Englisch für "Ausgang". Der mit Output beschriftete Anschluss ist also der Audio-Ausgang und damit der Anschluss für Kabel, die zu einer Verstärkeranlage oder ein Mischpult führen.
Phaser
Modulations-Effekt (ähnlich wie der
Chorus), der eine Veränderung der Klangfarbe durch dynamisches Verschieben der Phasenlage zwischen Original- und Effekt-Audiosignal erzielt.
Auch: In Science-Fiction-Filmen beliebte Waffe.
Phones
Englisch für "Kopfhörer". Der mit Phones beschriftete Anschluss ist also der Anschluss für einen Stereo-Kopfhörer.
Polyphonie
"Polyphonie" bedeutet übersetzt "Vielklang" und bezeichnet die Anzahl an Tönen, die eine elektronische Klangerzeugung
gleichzeitig erzeugen kann. Mit einer 32-stimmigen Polyphonie können also bis 32 Töne zur selben Zeit erklingen. Die Faustregel ist dabei natürlich: Je höher die Polyphonie, desto besser.
Einige Überlegungen dazu:
- Normalerweise verfügt ein Mensch nur über zehn Finger, warum sollte also die Polyphonie mehr als nur zehn Stimmen betragen? Zum einen ist gerade beim Klavier, dessen Nachahmungsziel ein Stage Piano hat, das Haltepedal ein sehr wichtiges Mittel, bereits gespielte Töne länger ausklingen zu lassen, während neue Töne hinzukommen. So kann man einem Klavier auch mit zehn Fingern schnell mehr als nur zehn Töne entlocken (von unkonventionellen Spielweisen mit Unterarmen, Füßen und Katzen einmal abgesehen).
- Ist die Polyphonie geringer als die Zahl der Töne, die eigentlich gerade erzeugt werden müssten, fehlen dem musikalischen Ergebnis die "überzähligen" Töne. Schlimmer noch kann es dazu kommen, dass bereits klingende Töne zum Vorteil von neu hinzukommenden Tönen "abgeschnitten" werden, was sich akustisch sehr nachteilig bemerkbar macht.
- Da die Tastatur auch eines akustischen Klaviers in der Regel 88 Tasten umfasst, sollte eigentlich eine 88-stimmige Polyphonie ausreichend sein. Oft sind jedoch auch Stage Pianos multitimbral, können also gleichzeitig verschiedene Klänge erzeugen, um beispielsweise MIDI-gesteuert komplette Song-Arrangements wiederzugeben. Dabei summieren sich schnell hohe Polyphonien zusammen.
Reverb
Reverb (zu deutsch etwa: "Widerhall") ist ein Effekt, der den Nachhall eines Raumes simuliert, wie beispielsweise den eines Konzertsaals ("Hall"), eines Raumes ("Room") oder einer Bühne ("Stage"). Auf diese Weise wird der ohne jeglichen Hall aufgezeichnete,
Sample-basierte Klang der Klangerzeugung authentischer für die Ohren des Spielers, der Instrumente in der Regel nur als Bestandteil von Räumen wahrnimmt.
Resonanzboden-Hall
Damit die Töne der Saiten eines akustischen Klaviers besser "tragen", verfügt es wie eine Gitarre oder ein Streichinstrument über einen "Körper". Beim Klavier ist dies der sogenannte Resonanzboden, der wie eine große Lautsprechermembran die Schwingungen der Saiten wiedergibt. Da er wie eine Art Hallplatte aber auch die Geräusche der Mechanik - also beispielsweise das Loslassen von Tasten und Pedalen - wiedergibt, spricht man bei diesem akustischen Ergebnis auch vom "Resonanzboden-Hall".
Um nun der Authentizität des Gesamtklangs eines Stage Pianos weiter Vorschub zu leisten, kann mit entsprechenden Samples den Resonanzboden-Hall einfangen und an entsprechenden Stellen dem Gesamtklang hinzumischen.
Sample
Ein Sample (zu deutsch eigentlich: "Probe", hier also als "Klangprobe" zu verstehen) ist die digitale Aufnahme eines analogen elektrischen Signals, beispielsweise das eines Mikrofons, das gerade einen Klavierklang aufzeichnet. Um es abzukürzen: Ein Sample ist die digitale Aufnahme eines Klangs, beispielsweise eines Klaviers, einer Geige oder eines in einen vier Meter tiefen, mit Algenschlick gefüllten Brunnen fallendes Bonbonpapier. Solch ein Sample kann durch einen Klangerzeuger wiedergegeben oder vor der Wiedergabe bearbeitet werden (siehe "
Advanced Wave Memory"), um damit Musik zu machen.
Wesentliche Qualitätsmerkmale eines Samples sind die
Sample-Auflösung und die
Sample-Frequenz.
Ein Stereo-Sample ist im Gegensatz zum Mono-Sample mit einer Stereo-Mikrofonierung aufgezeichnet worden und ist daher für das menschliche Gehör authentischer als ein Mono-Sample. Allerdings braucht ein Stereo-Sample doppelt so viel Speicherplatz, da pro Sample jeweils ein linker und ein rechter Kanal vorhanden sind.
Sample-Auflösung
Die Sample-Auflösung bestimmt, mit wie viel Detailtreue ein analoges Signal aufgezeichnet (gesampled) wird. Sie wird in Bit angegeben. Eine Sample-Auflösung von 16 Bit kann eine Stromstärke (eines analogen elektrischen Signals) in 65.536 unterschiedliche Werte auflösen. Eine Sample-Auflösung von 12 Bit (Ende der 1980er Jahre weit verbreitet) hingegen schafft nur eine Auflösung in 4.096 unterschiedliche Werte.
Neuere Anwendungen samplen mit Auflösungen von bis zu 32 Bit.
Sample-Frequenz
Die Sample-Frequenz (oder auch englisch: "Sample-Rate") bestimmt, wie genau das Frequenzspektrum eines analogen Signal aufgezeichnet wird. Die Sample-Frequenz in Hertz legt fest, wie oft das analoge Signal "gesampled", also gemesen und digitalisiert wird. Die Sample-Frequenz von 44,1 kHz sampled also 44.100 mal pro Sekunde die Stromstärke eines analogen elektrischen Signals. Im besten Fall lassen sich damit also Frequenzen von bis zu 22.050 Hz aufzeichnen, was für das menschliche Gehör ausreichend ist.
Neuere Anwendung samplen mit bis zu 192 kHz.
Sample-Layer
Ähnlich wie bei einem
Tastatur-Layer kann man auch in Samples verschiedene Samples übereinanderschichten (englisch: "to layer"). Eine Möglichkeit wäre damit, einem Tastatur-Layer vorzugreifen, und mehrere verschiedenen Klänge gleich auf Sample-Ebene miteinander zu kombinieren. Interessanter ist jedoch die Anwendung, die so übereinander geschichteten Layer von der Anschlagstärke (englisch: "
Velocity") abhängig zu machen (siehe "
Dynamic Stereo Sampling"). So kann man beispielsweise festlegen, dass bei geringerer Anschlagstärke ein Sample eines nur mit geringer Kraft gespielten Klavier-Tons und bei hoher Anschlagstärke ein Sample eines mit viel Kraft gespielten Klavier-Tons wiedergegeben wird. Die mittleren Anschlagstärken ließen sich je nach getriebenen Sample-Aufwand mit weiteren entsprechenden Samples in Bereiche aufteilen, um so der Authentizität weiter Vorschub zu leisten.
Sample-Loop
Um Speicherplatz zu sparen, wird bei Samples nach den für den Klang wichtigen ersten Millisekunden oft ein Bereich markiert, der während des (Aus-)Klingens des Tones in einer Schleife (englisch: "loop") wieder und wieder wiederholt wird. Statt also beispielsweise für einen 3 Sekunden langen Ton volle 3 Sekunden Sample-Speicher zu verwenden, werden vielleicht 300 Millisekunden für den Beginn und weitere 200 Millisekunden für die Loop verwendet. Mit dieser zusammengerechnet halben Sekunde können dann selbst Töne erzeugt werden, die beliebig lange (Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre...) gehalten werden.
Sequencer
Mit einem Sequencer lassen sich
MIDI-Events in Bezug zur Zeit oder zu Takten digital aufzeichnen und später wiedergeben. Ein Sequencer fungiert auf diese Weise also als eine Art Mehrspur-Tonbandgerät für digitale Steuerdaten.
Split
Viele Stage Pianos bieten die Möglichkeit, die Tastatur in mehrere verschiedene Bereiche aufzuteilen (englisch: "to split"), um beispielsweise in einem unteren Bereich der Tastatur einen Kontrabass-Klang, in einem mittleren Bereich einen Klavier-Klang und in einem oberen Bereich einen Saxophon-Klang spielen zu können. Um mehrere Klänge gleichzeitig wiedergeben zu können, muss die Klangerzeugung über eine gewisse
Multitimbralität verfügen. Wenn die Tastatur in nur zwei Bereiche aufgeteilt werden kann, spricht man bei der Taste, die die Grenzen der Bereiche bestimmt, auch vom "Split-Punkt".
Eine weitere Anwendung des Tastatur-Splits ist das Senden auf verschiedenen
MIDI-Kanälen, um externe angeschlossene Klangerzeuger zu steuern (siehe auch "
Masterkeyboard").
Auch eine Kombination aus
Layers und Splits ist oftmals möglich und reizvoll.
Stage Piano
Der Sinn eines "Stage Pianos" ergibt sich aus der direkten Übersetzung aus dem Englischen: "Bühnen-Klavier". Weil der Klavier-Klang zu den essenziellsten Klängen gehört, die ein Keyboarder/Pianist einer Band oder eines Ensembles benötigt, benötigt er eben ein Instrument, das ihm diesen Klang bietet. Da ein akustisches Klavier einem Transport zu den Proben und auf die Bühnen (womöglich noch auf einer Tournee) zum Einen aufgrund seiner Größe und seines Gewichts und zum Anderen aufgrund seiner empfindlichen Mechanik nicht gerade zugeneigt ist, wurde ziemlich schnell nach transportableren Möglichkeiten gesucht und (er)gefunden. Das Stage Piano ist derzeit die aktuellste Lösung: Überzeugender, authentischer Klang auf der Grundlage von
Samples, dabei transportabel (Gewicht des P-250: 32,5 kg, Gewicht des Flügels CFIIIS: 500 kg) und "Road"-tauglich.
Letzteres ist der größte Unterschied zu den Verwandten aus der CLP- und CVP-Serie: Diese sind eher auf den Gebrauch als Wohnzimmer-kompatibler Klavier-Ersatz ausgerichtet, mit aufwändigen Holz-Chassis in polierten Finishes, die nach wenigen Monaten des Hin- und Her-Transportes durch fest zupackende Roadies sicherlich einiges an Glanz eingebüßt hätten.
Sustain-Sample
Durch das Drücken des
Haltepedals klingen die angeschlagenen Töne eines Klaviers länger aus, beziehungsweise werden "gehalten" (englisch: "to sustain"). Auf elektronischem Wege kann man dies dadurch simulieren, indem die
Sample-Loops der zu haltenden Töne wieder und wieder wiederholt und dabei leiser werden. Man kann jedoch auch spezielle Samples einsetzen, eben die "Sustain-Samples", die den Klangcharakter eines bei gedrücktem Haltepedal gespielten Tones enthalten. Dadurch wird der Klang noch realistischer.
Auch das Geräusch, das durch die Betätigung der Haltepedal-Mechanik entsteht, kann in speziellen Samples festgehalten und, zum entsprechenden Zeitpunkt hinzugemischt, damit die Authentizität des Gesamtklangs verbessern (siehe "
Resonanzboden-Hall").
To Host
Die "To Host"-Schnittstelle (zu deutsch sinngemäß: "Zum leitenden Computer") ist eine serielle Schnittstelle zum direkten Anschluss an eine serielle Schnittstelle eines Computers (COM-Port), so dass beispielsweise auf das Vorhandensein einer MIDI-Schnittstelle am Computer verzichtet werden kann (vielmehr fungiert dann das über "To Host" angeschlossene Instrument als MIDI-Schnittstelle des Computers). Die "To Host"-Schnittstelle hat gegenüber
MIDI einen Geschwindigkeitsvorteil. Inzwischen wird die "To Host"-Schnittstelle mehr und mehr durch
USB-Schnittstellen abgelöst.
Transpose
Mit der Transpose-Funktion lässt sich die Grundstimmung des Stage Pianos in Halbtonschritten nach oben und unten transponieren. Sinn dieser Funktion ist es, Songs in anderen Tonarten spielen zu können, ohne die gewohnte Spielweise (Akkordfolge) verändern zu müssen. Hat man also beispielsweise mit Transpose die Grundstimmung um +3 Halbtonschritte erhöht, erklingt ein gespielter Cm7-Akkord wie D#m7.
Tremolo
Effekt, der die Lautstärke eines Tons in einer Auf- und Ab-Bewegung (Schwingung) moduliert. Beliebt bei E-Piano- und Gitarren-Klängen.
USB
Abkürzung für "Universal Serial Bus" (zu deutsch: "Universeller serieller Datenbus"), eine schnelle serielle Schnittstelle, beispielsweise für die Verbindung eines Stage Pianos mit einem Computer, so dass beispielsweise auf das Vorhandensein einer
MIDI-Schnittstelle am Computer verzichtet werden kann (vielmehr fungiert dann das über USB angeschlossene Instrument als MIDI-Schnittstelle des Computers).
Velocity
Englisch für "Geschwindigkeit", hier gemeint als die Geschwindigkeit, mit der einer Taste heruntergedrückt wurde. Da dabei gilt: je schneller, desto stärker wurde die Taste gedrückt, heißt Velocity in deutsch auch "Anschlagstärke". In der Regel resultiert eine höhere Velocity in einem lauteren, obentonreicheren Ton (siehe auch
Sample-Layer oder
Dynamic Stereo Sampling).